Im zweiten Teil kehren wir wieder ins Jahr 1926 zurück. Bertele musste nun nach Jena zu Zeiss umziehen, den im Dresdner Ernemann Werk sollten keine Objektive für Photoapparate mehr entwickelt und gebaut werden. Die kamen nun alle von Zeiss in Jena. Bei Zeiss arbeiteten damals weltweit die besten Optischen Konstrukteure. Dort befand sich der Olymp der Optik und viele Konstrukteure hielten sich auch ein wenig für “Götter”. Ludwig Bertele hatte es dort Anfangs nicht einfach. Er verfügte ja nicht einmal über einen Universitätsdiplom, von einer Promotion gar nicht zu reden. Außerdem war er erst 26 Jahre alt.
Viele wünschten sich den jungen Konkurrenten auf einen unwichtige Position, in der ihnen nicht die Schau stehlen konnte. Doch Bertele ließ sich nicht abschieben. Ihm wurde bald die Leitung des Versuchswerkstatt für Photoobjektive anvertraut. Das war genau der richtige Platz um seine Ideen und Gedanken Wirklichkeit werden zu lassen. Er entwickelte auf Basis seines Ernostar Entwurfes das erste Sonnar 50mm/f2.0 Es war natürlich für das neue Kleinbildformat gerechnet und kam 1931 auf den Markt. Die Werbeabteilung von Zeiss gab dem neuen Objektiv den Namen Sonnar in Anlehnung an das Wort “Sonne” Wahrscheinlich um auf die hohe Lichtstärke hinzuweisen.
Worin lag nun der Vorschritt im Vergleich zum Ernostar ? Beide verfügten über eine für damalige Verhältnisse sagenhafte Lichtstärke von f/2.0. Dazu schauen wir uns mal beide Objektive im Linsendiagramm an.
(Bild) Ernostar versus Sonnar





















