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Im Interview mit dem Kinder- und Familienfotografen HolgerMC

Und nun geht es weiter mit der Interview-Reihe, weil es einfach auch sehr viel Freude bereitet, den unterschiedlichsten Ansichten, Einstellungen und Herangehensweisen der Themen rund um die Fotografie zu begegnen.

 

Diesmal geht es um HolgerMC. Auch auf ihn bin ich durch die Begegnung mit Andrea Krallinger (http://www.facebook.com/andrea.krallinger) gestoßen. Um ihn einleitend vorzustellen, passen am Besten seine selbst gewählten Worte, die uns beim Einstieg in seine Homepage direkt begegnen.

 

Fotografie ist LIEBE, weil sie das JETZT schätzt, weil sie das GESTERN bewahrt und das
MORGEN als das respektiert, was es ist: ein leeres Bild voll von großartigen Möglichkeiten…

 

HolgerMC

HolgerMC ist fotografischer Künstler in Passau und Landkreis und weit darüber hinaus.

 

 

Doch nun zu den Fragen an Holger:

 

Was hat es mit dem MC in Deinem Namen auf sich?

Das MC steht für Master of Camera. Nein – Spaß beiseite! Die beiden Buchstaben sind ganz einfach eine Abkürzung meines hochkomplizierten Nachnamens: McCormick. Mehr ist nicht dabei.

 

Was war für Dich der Auslöser, in die Fotografie einzusteigen?

Sie war immer schon präsent – die Fotografie. Meine Eltern haben in meiner Kindheit viel fotografiert – sie hatten beide Spiegelreflexkameras. Ab und an durfte ich auch auf den Auslöser drücken. Mich so richtig ausprobiert habe ich mit der ersten digitalen Kompaktkamera, die mein Vater um die Jahrtausendwende nach Hause brachte. Erst Anfang 2006 habe ich mir dann eine eigene digitale Kompaktkamera geleistet – und nur zwei Jahre später meine Nikon D300. Von analoger Fotografie wollte ich nie etwas wissen. Ich wäre damit wohl nie so richtig warm geworden. Sie schien mir immer eine große Verschwendung  zu sein – an Momenten, Material und Möglichkeiten. Und ich wollte doch Schönheit und schöne Momente so perfekt wie möglich einfangen. Das treibt mich seit jeher.

 

 

Was fasziniert Dich an der Fotografie?

Dass es kein Bild zweimal gibt. Wenn Du auch noch so sehr alles akribisch genau einem Vorbild nachformst, es wird niemals dasselbe Bild sein, denn Zeit, Ort und Fotograf sind in ständigem Fluss und dauernder Veränderung unterworfen. Nichts ist so, wie es einmal war und nichts wird so sein, wie es jetzt ist. Vor dem Moment – der immer einzigartig bleibt – vor dem habe ich sehr viel Respekt.

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Hast Du den Beruf des Fotografen erlernt oder entstand dieser Weg autodidaktisch?

Völlig autodidaktisch. Vorletztes Jahr habe ich mir mal ein paar Fotobücher mit Tipps und Tricks und Designgrundlagen angeschaut. Das war sehr interessant. Aber letzten Endes mache ich heutzutage doch wieder einfach nur das, was mir mein Gespür sagt. Learning by doing – das ist wohl mein Lebensmotto. Ich will alles auf eigene Faust erfahren. Ein harter Weg, aber auch wundervoll, wenn man merkt, wie man von Shooting zu Shooting reicher an Erfahrung wird und ein Auge für immer mehr Details entwickelt. Das macht Spaß!

 

 

Gibt es prägende Fotografen und/oder Vorbilder?

Keine prägenden, aber durchaus inspirierende. Jeder Fotograf, um den ganzen Globus herum, der Kindern eine starke, unverfälschte Stimme gibt – weit abseits von bonbonbunten Farben und Grinse-Grimassen – ist eine Inspiration. Nicht nur für mich, sondern für die gesamte Gesellschaft. Kinder sind ernst und für voll zu nehmen. Das ist eine Botschaft, die ich und viele andere Fotografen vermitteln wollen. Um ein paar Namen zu nennen, möchte ich Jacqueline Roberts, Michal Glazik, Sally Mann, Lukas Roels und Dani Brubaker erwähnen. Sie sind eine große Inspiration.

 

 

Was inspiriert, was bewegt Dich, den Auslöser zu drücken?

Kinder. Ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke, ihre Ohnmacht, ihr unbändiger Wille. Ihre Selbstliebe. Ihre Schönheit. Ja, ihre natürliche Schönheit.

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Gibt es Favoriten an Themen und Motiven, die Du gerne ins Bild bringen möchtest?

Ja, absolut: Kinder.

 

 

Spielt es für Dich eine Rolle, ob in Schwarz/Weiß, Farbe – analog/digital … warum?

Ich fotografiere nur digital und im Rohformat. Das gibt mir alle derzeitigen Möglichkeiten, ein Bild nach seiner Aufnahme an meine Wünsche anzupassen. Das wäre analog nicht möglich – oder nur mit immensem Aufwand. Ich möchte keine Momente verschenken. Ein Moment kann alles bedeuten. Ich habe davor großen Respekt.

 

 

Was möchtest Du durch Deine Arbeiten vermitteln?

Kinder sind wundervolle, wunderschöne Wesen. Ich will, dass sie jeder schätzt, liebt und respektiert. Ich will, dass Deutschland kinderfreundlich wird.

 

Gibt es aktuelle Projekte, die Dich beschäftigen bzw. Pläne für künftige?

Mein wichtigstes Projekt ist mein Langzeitprojekt NaturLichtKinder.

(http://www.holgermc.com/naturlichtkinder/)

Da begleite ich Kinder von klein auf, fotografiere sie in unregelmäßigen Abständen, in verschiedenen Lebenssituationen und allen Gefühlslagen. Die Fotografien entstehen im natürlichen Umfeld der Kinder, bei Ihnen zu Hause, in ihren Zimmern, ihren Gärten oder der nahegelegenen Natur. Und immer mit dem Licht, das mir gerade zur Verfügung steht. Kein Blitz. Das ist schon eine Herausforderung.

Ich will aber keine reine Dokumentation, mein Projekt hat einen durchaus bildnerischen Anspruch. Die Fotowerke sollen für sich allein stehen können. Die ganze Schönheit eines Menschen in einem Foto erstrahlen zu lassen – das gehört für mich zu einem gutem Lichtbild.

Mit meinem Projekt NaturLichtKinder will ich die Herzen der Menschen erfreuen, öffnen und erobern. Neue Teilnehmer sind jederzeit herzlich willkommen. Wirklich jederzeit! Und nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland. Irgendwann möchte ich dann unbedingt auch durch den Rest der Welt reisen und das Leben der Kinder dort begleiten.

Also, bitte meldet Euch unter info@holgermc.com!

(http://www.holgermc.com/naturlichtkinder/)

 

 

Veranstaltest Du Workshops, welche Themen, wo kann man sich hierzu erkundigen?

Das ist etwas, das ich mir für die Zukunft aufheben möchte.

 

 

Gibt es Ausstellungen Deiner Arbeiten?

Aktuell gibt es eine Ausstellung in der Praxis des Passauer Kinderarztes Dr. Handwerker. Dort kann man dreizehn ausgewählte Fotografien meines Projekts NaturLichtKinder – auf Leinwand gedruckt – betrachten. Die Resonanz ist sehr positiv und das freut mich ungemein, schließlich ist es meine erste Ausstellung überhaupt. Am 8. März ist die Finissage. Beginn um 16 Uhr. Auch alle interessierten Leser dieses Interviews sind herzlich dazu eingeladen, einen Blick zu riskieren. Ich werde sie herzlichst als meine Gäste empfangen.

 

 

 

Weitere Informationen findet Ihr hier

http://www.holgermc.com

http://www.holgermc.com/naturlichtkinder

http://www.facebook.com/holgermc.photography

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