Dinkel lud uns ein ihre Workshops zu testen und nach Arndt und Jessica kam diesmal ich in den Genuss dabei zu sein.
Bei mir sollte es der Streetphotography Workshop bei Lars Wunderlich (Fotodesigner, Portrait-, Theater- und Werbefotograf) werden.
Ich es liebe auf der Straße Details und Szenen fotografisch festzuhalten, habe jedoch oft das Gefühl die Stimmung des Ortes nicht so in den Bildern wiedergeben zu können wie ich das möchte. Und auch, im Vergleich mit Kollegen, hatte ich oft den Gedanken viele interessante Motive nicht zu entdecken.
So saß ich also samstagmorgen mit einer Tasse Kaffee, ca. 8 anderen Workshop-Teilnehmern und einem vom Veranstalter bereitgelegten Script zu Grundlagen der Fotografie, im Dinkel-Seminarraum um vom Profi zu lernen. Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde wollte Lars erstmal wissen was wir uns denn von dem Wochenende erhofften und erkundigte sich nach unserem Wissensstand. Mein Ziel war es meinen fotografischen Blick für Street-Motive zu verbessern, einiges an kreativem Input und natürlich viel konstruktive Kritik vom Profi einzustecken. Auch das ein Themenschwerpunkt die Auswahl von Bilderserien inklusive Präsentation sein sollte interessierte mich besonders.
Dann ging es los und gleich die erste Übung hatte es in sich. Lars ging mit uns nach draußen und wir sollten uns einen Fotopartner aus der Gruppe aussuchen den wir einige Zeit beobachten und in der Straße vor dem Laden portraitieren sollten. Die Schwierigkeit hierbei war, daß wir nur eine Minute Zeit für alles bekamen und nur einen „Schuss“ hatten. Also weg von der Schrotschuß-Methode und hin zum überlegten Abdrücken. Großen Dank an dieser Stelle an Maik meinen Fotopartner, der sich so kurzentschlossen vor meine Linse traute.
Zu meiner Überraschung wurden wir danach gefragt wie wir uns bei der Erstellung dieses Bildes fühlten und zu welchem Zeitpunkt wir uns entschlossen haben das Foto zu machen. Nein, nicht warum wir in diesem Moment „diese Blende“ oder genau diese Belichtungszeit, Objektiv etc. gewählt hatten. Er wollte mit dieser Übung erreichen dass wir uns bewusst und intuitiv einen Moment aussuchen indem wir abdrücken ohne allzu lange über technische Details grübeln.
Die zweite Übung (drinnen) sollte uns schließlich dafür sensibilisieren auf Details zu achten und diese hervorzuheben. Wir sollten Gesicht und/oder ein Detail unseres Tischnachbarn mit geringer Schärfentiefe festhalten.
Nachdem wir nun ausgiebigst unseren Blick geschult hatten ging es endlich zum (langen) praktischen Teil raus auf die Straße, eine Reportage zum Thema „Heimat“ erstellen. Südlich des Münchner Hauptbahnhofs sicher eine kleine Herausforderung, wo dieser Teil der Stadt doch so wenig von dem hat was ich als Zugereister mit der Heimat München verbinde. Wir bekamen knapp eine Stunde Zeit und ein striktes „Löschverbot“ von misslungenen Bildern. Unser Lehrer wartete am Startpunkt auf unsere Rückkehr und eventuelle Fragen. Ich schloss mich einer kleinen Gruppe von Teilnehmern an, denn ich finde es immer wieder interessant zu sehen wie unterschiedlich Fotografen doch an solche Aufgaben rangehen und welche Ergebnisse jeweils zustande kommen.
Bei mir entstand folgende Bilderserie. Was ich am jeweiligen Bild mit dem Thema „Heimat“ verband habe ich als Bildkommentar angemerkt.
Bei unserer letzten Aufgabe des Tages bekamen wir den Auftrag 15 Minuten an einem Ort zu verweilen und diesen zu porträtieren. Egal was, egal wie…zum Beispiel eine Hausfassade, eine Strassenkreuzung oder einfach nur zu einem bestimmten Thema. Mein erster Gedanke: Menschen an der Ampel, aber die Verkehrs- und Menschendichte auf der Straße ließ das zu diesem Zeitpunkt nicht zu. Ich setzte mich also erstmal in einen Hauseingang um Ideen zu sammeln, fotografierte ein paar Füße. Lars Wunderlich meine später es wäre spannend was diese Details für eine Geschichte erzählen könnten. Welche Menschen wohl in diesen Schuhen steckten?
Meiner zweiten Idee Details einer Hausfassade einzufangen schenkte ich knapp 5min…immer noch nicht zufrieden!
Meine letzte Idee, und die Serie die ich schlussendlich den Anderen später präsentieren wollte war das Thema „(ein bisschen) Grün in der Großstadt“. Von Lars hatten wir schließlich zuvor gelernt das nicht immer Menschen das Hauptmotiv in einem Streetfoto darstellen müssen und ich dachte „Menschen macht schließlich jeder!“.
Alle drei Bilderserien entstanden übrigens am selben Ort im Umkreis von wenigen Metern.
Nachdem wir den ersten Tag zu 2/3 mit praktischen Übungen verbrachten stand der Sonntag dann im Zeichen der Bildpräsentation und Bildbesprechung. Auch hier gab es die ein oder andere Überraschung. Bereits am Samstag hatte Lars angekündigt dass wir basteln werden, so richtig mit Schere und so! So fanden wir also morgens unsere am Tag zuvor erstellten Bilderserien als Kontaktbögen vor. Zwölf Bilder pro Din A4-Seite, beim Einen ca. 4-6 Bögen, beim Anderen das doppelt und dreifache. Unsere Aufgabe bestand nun darin die Bilder ausschneiden und eine Serie von maximal 5 Bildern zusammenzustellen. Durch unterschiedliche Anordnung sollten wir die Wirkung der Bilder im Zusammenspiel erfahren. Anschließend wurden die entstandenen Serien ausgiebig diskutiert und jeder konnte Ideen und Verbesserungsvorschläge einbringen.
Erkenntis des Tages: Ein Bild welches als Einzelbild zu schwach war vermochte in der Serie eine Geschichte zu erzählen, ein starkes Bild in Kombination mit anderen Bildern an Glanz verlieren. Der Schwerpunkt der Präsentation lag also mehr in der richtigen Zusammenstellung. Auf eine Nachbearbeitung wurde nicht eingegangen.
Zum Abschluss des Wochenendes gab es dann noch eine letzte Übung zum Thema “Formen in Bewegung“.
Mein Fazit:
Insgesamt ein sehr schönes und lehrreiches Wochenende an dem auch der Spaß nicht zu kurz kam. Lars Wunderlich konnte mich des öfteren zum „um die Ecke denken“ bewegen was mich sehr gefreut hat und Zeit für Fragen, Kritik, aber auch für Lob
war jederzeit da.
Das Bilder ausschneiden (was auch für andere Teilnehmer sehr zeitintensiv war) hätte ich jedoch lieber zu hause auf dem Sofa erledigt und statt dessen die Workshop-Zeit mit einer fotografischen Übung verbracht.
Alles in Allem aber…gerne wieder!
Großen Dank an dieser Stelle an Dinkel, dass sie mir die Teilnahme an diesem Workshop ermöglichten.
Zum Abschluß noch meine im Workshop entstandene Serie:
Der nächste Workshop dieser Art findet übrigens am 20. Oktober 2012 statt.




















