Giesing – das Arbeiterviertel von München …
einst ein Schauplatz von Gefechten zwischen der Roten Armee und den Weißgardisten und des Kaisers (Franz Beckenbauer) Ursprung … heute ein Walk-Revier für die Lust und Freude an der Fotografie, PWM mittendrin
Unser zweiter Walk in diesem Jahr. Bereits der 47ste, “da kommt scho was zamm” im Laufe der Zeit
Am 25. Februar also, um 15 Uhr trafen wir uns an der Pilgersheimer-, Ecke Humboldtstraße. Endlich hatte der Regen nachgelassen und so a bisserl traute sich auch die Sonne durch die Wolkendecke. Vielleicht, um zu schauen, was wir da so treiben oder einfach nur, weil sie uns eine Freude bereiten wollte?! Wie auch immer, wir nahmen es lächelnd und dankbar an. Viele neue Gesichter und natürlich auch einige Bekannte erschienen zu diesem Walk durch das Arbeiterviertel von München.
Dagmar Köhler, die leider nicht mit von der Partie sein konnte, hatte uns einen Routenplan ausgearbeitet. Ganz lieben Dank hierfür!
Nach einer kurzen Ansprache von Chris Eberhardt und ein paar Worten zum Ablauf starteten wir … oder besser gesagt, wir versuchten es …
Die erste Herausforderung stellte sich uns direkt zu Beginn… „wo bitte geht’s nach Süden?“. Nach einigen Hin- und Herdrehen des Routenzettels und zur Hilfenahme von Navigationssystemen, ging es dann auch los. Ca. 50 Teilnehmer machten sich auf den Weg.
Zum ersten Mal dabei und direkt in die Herzen – vor allem der weiblichen Teilnehmer – gestohlen, hatte sich Flash. Das „Maskottchen“ eines Photowalkers. Der knuddelige Kleine mit dem roten Anzug, den unterschiedlich abstehenden Ohren, den Knopfaugen und dem Blitz auf der Brust wurde alsbald von Hand zu Hand gereicht und diente als heiß begehrtes Model für die unterschiedlichsten Motive. Er scheint noch sehr jung, doch sein wahres Alter ist nicht bekannt. Inzwischen darf er eine Facebook-Seite sein Eigen nennen und „Alltagsgeschichten“ zieren sein Profil. Die Fans lieben es und ihn.
Doch zurück zur Route: wir querten teils noch unbekannte Straßen, verweilten in der ein oder anderen etwas länger. Die Mondstraße schien wie ein vergessenes Stück München, ein liebevoll restauriertes Haus in einer Ecke, davor ein mächtiger Baum. Ein alter Mann, der sich am Wegesrand ausruhte, uns beobachtet, wie wir mit den Kameras diverse Blickwinkel einzufangen versuchten. Man kam ins Gespräch und er erzählte ganz freudig, dass das schöne Haus mit den inzwischen blauen Fensterläden vor vielen Jahrzehnten eine bekannte Apotheke gewesen sei „dort gab’s, was’d braucht host, wenns weh doa oder irgendwos zupft hat…“. Er war ganz begeistert, dass sich so viele junge Menschen an diesem Samstag Nachmittag in seiner Straße tummelten. Sein knurrender Magen trieb ihn dann nach Hause und er freute sich auf seinen Schweinsbrat‘n. Ein kleines bisschen Geschichte von einem Zeitgenossen. Grad schön war dieser sehr rührige und menschliche Moment.
So ging es weiter, mal mehr, mal weniger die Route entlang. Menschen schauten aus Ihren Fenstern, Kinder spielten auf dem Spielplatz. Die Meisten waren freundlich und lachten mit uns. Lustige Szenen entstanden. Einige verlassene Ladenlokale und auch mehrere recht skurrile Kneipen säumten den Weg. Man kam in das ein oder andere Gespräch mit Anwohnern und auch Ladenbetreibern. Ein ganz eigener Flair und wirklich sehr viel interessanter als gedacht.
So langsam wurde es kalt, die Sonne ging unter und nach und nach trudelte ein Großteil der Truppe im Cafe Giesing ein. Ein schöner Ausklang, gute Gespräche und zu vorgerückter Stunde sogar mit live Jazz Musik im Hintergrund.
Es hat uns allen wieder sehr viel Freude bereitet, mich Euch ein Motto ins Bild zu bringen. Viel Spaß wünschen wir Euch beim Betrachten der Ergebnisse.
Wir sagen „Pfiarrds Eich“ bis zum nächsten Mal
Euer Orgateam von PhotowalkingMunich



















