Vor Jahren hatte ich ein Einsteiger-Tablett von Wacom angeschafft und genutzt bis dieses den Geist aufgab. Nun ist Zeit eine Ersatzinvestition zu tätigen und daher beschäftige ich mich mit den Alternativen. Dabei bin ich u.a. auf die Produkte von Hanvon gestoßen.
Wie ich gestehen muss, waren mir die Firma Hanvon und deren Produkte bislang gänzlich unbekannt. Im Bereich der Eingabegeräte für Bildbearbeiter (Grafiktabletts und interaktive Stift-Displays) kannte ich eigentlich mit Wacom leidglich den Marktbeherrscher in diesem Bereich, von alternativen Herstellern hatte ich in einschlägigen Foren mehr schlechte als rechte Erfahrungsberichte gelesen und damals diese Option für mich gestrichen.
Durch einen glücklichen Zufall und die freundliche Unterstützung von Ronny hatte ich die Möglichkeit, das Grafiktablett Art Master 0806 der Firma Hanvon zu testen, das in Deutschland von Papyrus vertrieben wird. Eine Übersicht über alle von Hanvon angebotenen Grafiktabletts sowie technische Detailinformationen könnt Ihr auch als PDF herunterladen.

Im folgenden möchte ich Euch schildern, wie mein Test dieses Grafiktabletts verlaufen ist.
Erste Schritte / Installation
Das Art Master Tablett wird mittels USB-Kabel direkt mit dem Rechenknecht verkabelt. Die Installation der Treiber, welche sowohl für Windows als auch für Mac beiliegen, läuft unproblematisch und schnell ab. Der Hersteller erwähnt eine Unterstützung der gängigen Bildbearbeitungsprogramme. Für Adobe Lightroom 3 sowie Adobe Photoshop CS4 kann ich dies uneingeschränkt bestätigen, andere Tools habe ich nicht im Einsatz. Der Treiber installiert sich als separater Menüpunkt in die Systemsteuerung von Windows, über ihn können alle üblichen Konfigurationen, die Tablett und Stift betreffen, vorgenommen werden. Das Design des graphischen Userinterfaces für den Treiber macht auf mich einen etwas “zusammengestöpselten” Eindruck und korrespondiert damit nicht wirklich mit dem durch Preispolitik und Marketing suggerierten Niveau.
Die beiliegende Software enthält folgende Tools: mit PenSign können Unterschriften unter Microsoft-Office-Dokumente gesetzt werden, die den Eindruck von Unterschriften auf Papier vermitteln sollen; PenMail stellt eine Handschrifterkennung für Windows-Mail und Outlook-Express zur Verfügung, sodass handschriftlich am Tablett erstellte Nachrichten versandt werden können; mit PenMark können Kommentare, Anmerkungen und Markierungen an Bilder oder andere dargestellte Objekte hinzugefügt werden und in dieser Form abgespeichert werden; als letztes bietet WhiteBoard ein virtuelles Whiteboard zur Verfügung. Ich persönlich habe für diese Programme keine Verwendung, sodass ich mir einen Test bzw. gleich die Installation gespart habe.
Optische Anmutung / Produktdesign
Das Art Master Grafiktabeltt verfügt über ein annehmbares Design, das eindeutige Anleihen bei der “berühmten” Konkurrenz nicht von der Hand weisen kann. Verarbeitungstechnisch konnte ich keine Schwachstelle ausmachen. Der zum Lieferumfang meines Testexemplars gehörende Stift kommt ohne Batterie aus liegt nicht unangenehm in der Hand, allerdings würde mir persönlich ein etwas üppigerer Durchmesser mehr zusagen.
Desweiteren findet sich auf dem Stift ein Druckschalter (statt wie ich das von meinem vorigen Tablett gewohnt war zwei Tasten/Schalter), dessen Funktion nicht änderbar ist. Hier täte ein wenig mehr Ergonomie und Flexiblität gut, um die individuellen Ansprüche des Anwenders besser zu bedienen. In diesem Punkt hoffe ich auf die neu angekündigte Produktlinie Art Master III, die wohl demnächst bezogen werden kann. Wird der Stift gerade nicht verwendet, so findet er seinen “Parkplatz” im mitgelieferten Stifthalter, der gleichzeitig zum Aufbewahren der Ersatzspitzen gedacht ist. Praktisch finde ich die auf dem Tablett angebrachten und über den Treiber konfigurierbaren Tasten, um die parallele Nutzung der Tastatur für oft benötigte Funktionen zu minimieren.

Bildbearbeitung mit dem Art Master
Anfangs musste ich mich ein wenig an die Verwendung der Tasten auf dem Tablett gewöhnen, da mein bisheriges Grafiktablett keine solche Direkttasten hatte. Meine linke Hand war also oftmals schon auf dem Weg zur Tastatur bis mir auffiel, dass das nicht nötig ist… Nach der Eingewöhnungsphase kam ich mit der Tablett insgesamt aber sehr gut zurecht und konnte keine Verschlechterung im Handling gegenüber dem von mir vorher verwendeten Wacom Graphire feststellen. Von der deutlich höheren Anzahl der Druckstufen des Art Master habe ich mir mehr versprochen, davon habe ich beim Arbeiten ehrlich gesagt nicht so sehr viel gemerkt – allerdings kann das natürlich auch an den Testbearbeitungsbeispielen liegen. Nach einer Weile des Ausprobierens habe ich über den Treiber die Größe des aktiven Arbeitsbereichs etwas verkleinert, um beim Retouchieren etwas kleinere Strecken mit dem Stift zurücklegen zu müssen.
Gesamteindruck:
Mein Eindruck vom Art Master 0806 ist durchweg gut, die Bildbearbeitung verlief auf der ausreichend großen aktiven Arbeitsfläche sehr angenehm. Im Bezug auf die Ergonomie sehe ich, wie oben bereits ausgeführt, Defizite beim Stift und dem Design des Treibers. Technisch braucht sich das Tablett mit 1024 Druckstufen und einer Auflösung von 5080 lpi definitiv nicht zu verstecken. Dennoch bin ich etwas unschlüssig, was die Anschaffung angeht… für mich persönlich ist noch die Entscheidung offen, ob in Anbetracht der nicht allzu großen Preisdifferenz zwischen dem Referenzprodukt von Wacom und dem “Gegenstück” von Hanvon nicht doch besser gleich das etwas wertigere und komfortabler zu bedienende Produkt des Marktführers den Vorzug bekommen sollte.



















Vor Wacom hatte ich auch mal ein gTablet von Hanvon. Mit dem konnte ich damals keine gerade Linie ziehen. Als mir das auffiel habe ich mal ein Bildbearbeitungsprogramm gestartet, ein Lineal genommen und eine gerade Linie gezogen, das Ergebnis war eine “Zickzacklinie” im Bild. Anschließend ging das Tablet zurück (via Amazon).
Außerdem war es mir damals negativ aufgefallen, dass der Stift eine Batterie für den Betrieb benötigt hat – abgesehen von dem Ausstausch”problem”, war der Schwerpunkt des Stiftes viel zu hoch und der Stift eindeutig zu schwer für angenehmes Arbeiten. Allerdings war das Tablet damals auch nur knapp halb so teuer wie die Wacom-Alternative (A4 Format).
Die aktuellen Tablets scheinen immerhin ohne Batterien im Stift auszukommen
Sehr Interessant. Als ich mir vor knapp einem halben Jahr mein Wacom kaufte gab es für mich gar keine Alternative.
Aber vielleicht hätte man sich dennoch mal am Markt umsehen sollen, obwohl ich hier doch deutlich erkenne das meine Wahl wohl nicht die schlechteste war
lg
Markus
Der einzige wirkliche Grund warum keine Firma Wacom nicht die Stirn bieten konnte, war unter anderem z.B. die Tatsache, dass Wacom dies patentierte. ( Und einige andere Funktionen )
Dadurch schafften sie einen konkurrenzfrein Markt für sich, extrem unverschämte Preise und eine doch recht gnadenlose Firmenpolitik.
Die Geräte sind gut. Ohne Frage. Ich nutze inzwischen drei Wacoms.
Seit 2009 die Patente von Wacom ablief startete Hanvo durch, es ist ein recht junges Unternehmen und sicherlich steckt da viel in den Kinderschuhen. Wir müssen abwarten, dann ziehen einige andere Fimen noch nach und man hat mehr auswahl als nur Hanvo und Wacom.
Also meiner einer hat sich von Wacom das Bamboo Pen & Touch small, zugelegt. Installation ging wie erwartend total easy. Ablauf wie bei jeder Installation eines USB Gerätes. CD rein, klicken, Treiber und Software installieren, Gerät einstecken und fertig.
Mein kurzes Feedback zum Bamboo Pen & Touch small:
Pro:
- Installation problemlos
- Softwarepakte dabei, auch wenn ich es nicht benötige
(Adobe PE 7 für Windwos und Adobe PE 6 für MAC)
- Stift ohne Batterie
- sieht stylisch aus
- Radiergummi im Stift enthalten
- drei Spitzen beiliegend
- niedrige Höhe und daher ergonomisch
Contra:
- der Part Touch ist meiner Meinung nach überflüssig
(Reaktion und Genauigkeit nicht zufriedenstellend)
- Grafiktabletts in der Größe sind definitiv zu klein
(A4 sollte es schon sein)
- Tasten am Bord und Tasten am Stift sind meiner persönlichen Meinung total überflüssig
- dieses tablett arbeitet nicht richtig mit GIMP zusammen
(Stiftpunkt und Cursor sind versetzt und laufen nicht synchron – Problem ist laut Foreneinträgen bekannt und nicht richtig behebbar)
- bei mir nutzen sich die Spitzen extrem schnell ab (war in der Schule bei Feinmotorik schon anwesend)
Mein Fazit:
Ein Grafiktablett würde ich mir jederzeit wieder kaufen und kann es jedem nur empfehlen, wenn viel mit Grafiken und deren Freistellung (composing – Collagen – Retuschen) gearbeitet wird.
Ist echt leichter und genauer als mit der mouse.
Ein kleines wacom wird es aber nichtmehr werden, wenn das jetzige das Zeitliche segnet und in die ewigen Jagdgründe er Eingabegeräte eingeht.